Meine Südafrika-Geschichte: Heimat, Freunde und Heilung

Südafrika

Heimat ist, wo Freunde leben

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Wenn man Liebe in Bildern ausdrücken kann, dann findet ihr sie hier.

Heilung & Heimat

Pathos

Auf den allerersten Blick mag die Südspitze Afrikas nicht viel mit meinen Büchern zu tun haben. Cyberpunk in Moskau, Kriminalfälle in London, Geisterjäger im Westerwald. Aber keines dieser Bücher würde ohne Afrika existieren.

In 2010 steckte ich in einer tiefen und langjährigen Krise. Ein Loch, aus dem ich nie gehofft hatte, herauszukommen. Ich war in meinem vierten Jahr im Bachelorstudium in den Geowissenschaften, als wir die Möglichkeit bekamen, an einer Exkursion nach Namibia und Südafrika teilzunehmen.

Auch auf die Gefahr hin, kitschig und klischeehaft zu klingen, aber diese Exkursion hat mein Leben verändert. Nicht radikal, aber nach und nach.

Nach der ersten Woche in Namibia, nach Tagen mit quasi Fremden zusammengepfercht in einem Jeep hatte ich einen totalen Zusammenbruch, aber nach Hause fliegen war keine Option. Immerhin war ich am Ende der Welt.

Also habe ich durchgezogen und bin mit nach Südafrika, wo ich Laurenz getroffen habe, einen Polizisten aus Durban, der für die zehn Tage unser zweiter Busfahrer war. Und Laurenz hat mich quasi adoptiert. Ich weiß nicht, warum, oder wie er dieses Loch gesehen hat, was für alle anderen so normal war, aber er hat mich da herausgehoben. Zusammen mit einer Reihe großartiger anderer Südafrikaner, Hotelpersonal, Wissenschaftler, fremde Leute im Supermark.

Als ich wieder in Deutschland war, ging es mir so gut, dass ich mir plötzlich eingestehen konnte, dass ich Hilfe brauche. Freunde. Lose Bekannte. Andere Menschen.

Und vor allem wurde mir sehr schnell klar, dass ich zurückmusste. Egal wie. Ich hatte einen Platz gefunden, der sich nach all den Jahren nach Heimat anfühlte, trotz aller Fremdheit und der Angst, die damit einherging. Nachdem ich das Geowissenschaftsstudium abbrechen musste (ein Verlust, den ich noch immer ein wenig betrauere), habe ich alles daran gesetzt, wieder nach Südafrika zu kommen.

Nur mit diesem Ziel habe ich dann 2015 mit dem Studium der Ethnologie begonnen, um für meine Bachelor-Forschung wieder ans Ende der Welt zu reisen. Acht Wochen allein in Südafrika, um Touristen zu erforschen. Tatsächlich habe ich meine doch eher improvisierte Bachelorarbeit über chinesische Individualreisende mit einer sehr guten Note abgeschlossen und man findet sie sogar sporadisch noch im Internet. Aber vor allem habe ich in Kapstadt einen Heimathafen gefunden, mit Menschen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.

Ursprünglich dachte ich, dass mich mein achtwöchiges Abenteuer davon überzeugt, zuhause zu bleiben oder zumindest nicht mehr alleine zu reisen, aber das Gegenteil war der Fall. 2022, direkt nach der Grenzöffnung nach Covid, bin ich für meine Masterarbeit zurück nach Kapstadt, diesmal für fast drei Monate. In der Zeit hatte ich einen kleinen Rückfall und vor allem war die Forschung nicht erfolgreich (Tourismus erforschen, wenn es noch keinen gibt, ist leider wenig sinnvoll). Dennoch war ich froh, bei Freunden zu sein. Eddie und Shaiker waren noch immer da und erstaunlicherweise kannten mich alle neuen Mitglieder der Belegschaft aus Erzählungen. Und von den Weihnachtskarten, die ich jedes Jahr schicke und die, dank der südafrikanischen Post, erst um Ostern herum ankommen ^^‹

Und so kam es, dass ich 2024 wieder zurück nach Südafrika gekommen bin, um Freunde zu besuchen und mein Herz für drei Wochen zu Hause ausruhen zu lassen.  Auf der Long Street und wahrscheinlich auch sonst überall bin ich der »writer« aus Deutschland. Ich habe nirgendwo so viel Unterstützung erfahren wie dort, vor allem nicht von wildfremden Menschen und vor allem nicht zu Beginn meines Schreibens.

Ohne Südafrika gäbe es meine Bücher nicht und die Dankbarkeit und Liebe, die ich für das Land und seine Leute empfinde, kann ich nicht einmal in passende Worte bringen. Ich schulde euch allen so viel, jedem Einzelnen von euch. Auf dass wir uns bald wiedersehen.

Salani kakuhle, baai und 'til then.

©S. Sander. Alle Rechte vorbehalten.

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